Backpacker auf Weltreise. Biene und Holger und das Abenteuer ihres Lebens.

Mal eben durch Paraguay

Eigentlich wollten wir noch einen Abstecher nach Argentinien machen und dort mal das berühmte Rindfleisch probieren. Außerdem sieht man die Iguassu-Wasserfälle von der argentinischen Seite aus noch näher. Aber da es tagelang regnete, haben wir uns stattdessen auf den Weg nach Asuncion gemacht. Das ist die Hauptstadt von Paraguay, einem kleinen Land mitten in Südamerika.
Und die Grenze zu Paraguay ist auch gleich um die Ecke von den Iguassu-Fällen aus gesehen. 



Paraguay scheint für zwei Sachen berühmt zu sein: dem Sitz der südamerikanischen Fußballliga und billige Elektronik. Alle Besucher aus Brasilien oder Argentinien kaufen hier in großen Einkaufstempeln gleich hinter der Grenze Kameras und Computer ein. Krasser Gegensatz: am Straßenrand wohnen Leute unter Plastikmüllsäcken, die zu einem Zelt aufgespannt sind. Und zwar ganze Familien. Da laufen Kinder ohne Kleidung mitten im Müll und zwei Meter weiter fährt eine Mercedes S-Klasse vorbei. Merkwürdiges Land.


Allein die Einreise war schon so ein Erlebnis:
Man müsste sich mal vorstellen, dass man in Deutschland bei der Grenzkontrolle einen Bundespolizeibeamten vor sich sitzen hat, der mit einer alten Strickjacke bekleidet gelangweilt Magazine mit nackten Frauen "liest" und erst nach mehrmaligen Grüßen den Kopf hebt um zu sehen was man von ihm wohl will. Natürlich ist das undenkbar. Und wenn einem so etwas an einer Grenze passiert, dann ahnt man schon von welcher Art das Land wohl sein wird.
Wir haben sicherheitshalber ein paar Guaranis (das sind keine Drogen, sondern paraguayische Geldeinheiten) mehr investiert und einen Bus der Executive-Class gebucht. 
Dennoch war es überfüllt, die Leute saßen im Gang auf dem Boden und der Bus hielt an jeder Ecke. Die Frau schräg hinter uns hatte sogar ein Huhn in ihrer Handtasche. Ganz im Ernst! 


Asuncion mit Grenzfluss zu Argentinien
Bis der Bus in Asuncion ankam, war es dunkel. Mitten in der Stadt liefen wir also mit unserem kompletten Reisegepäck auf der Suche nach unserer Unterkunft umher. Vorbei an Obdachlosen, Müll und dunklen Gassen mit zwielichtigen Gestalten. Dementsprechend froh waren wir, als wir das Hostel gefunden hatten. Gar nicht so einfach, da es keinerlei Hinweis darauf gab. Einfach ein Hauseingang mit Metallgitter und Klingel, keine Schilder oder sowas.

der internationale Flughafen von Asuncion
Nach allem was wir hier gesehen haben, war schonmal klar: hier bleiben wir nicht lange. Vielleicht tun wir Paraguay jetzt unrecht und vielleicht ist es ein wunderschönes Land. Aber wir sind einfach zu stark Überfall-vorbelastet.
 

Aber ganz bestimmt sind hier schon viele Ausländer für längere Zeit unbehelligt unterwegs gewesen. Wie auch immer, unser nächstes Ziel soll Uruguay sein. Hoffen wir mal, dass das nicht auch so ein Slum ist wie Asuncion.

Fotos gibt es von Paraguay selbst leider keine, da wir uns in diesem Land nicht getraut haben, die letzte verbliebene Kamera herauszuholen.
Naja, außer am Flughafen dann.


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